Die digitale Revolution und was von uns bleiben wird

Bisher dachte ich über den digitalen Wandel nach…

Wandel klingt erst einmal wie etwas was geschieht, aber in einem gut nachzuvollziehenden Tempo: Frühling wandelt sich in den Sommer, Kinder in Jugendliche und Erwachsene, Schüler zu Studenten und Studentinnen. Der Wandel vom Mittelalter, über den Buchdruck zur Aufklärung dauerte. Der zur Industriellen Revolution war schon kürzer und auch kein Wandel mehr.

Ich persönlich erinnere mich noch an unser erstes Telefon. Es war ein dunkelgrüner Apparat mit Wählscheibe und dickem Telefonhörer. Das Telefonkabel war so 3 Meter lang, weil mein Vater zu geizig war ein längeres zu mieten. Mieten, genau, denn das Telefon musste man, nebst Kabel bei der Deutschen Post mieten. Dann bekamen wir den ersten Farbfernseher mit integriertem Telespiel „Ping Pong“. Links und Rechts gab es dicke Balken auf dem Schirm, dazwischen wanderte ein weißer Punkt hin und her. Ich freute mich derweil noch über meinen ersten Kassetten-Recorder. Und dann, war ich einer der ersten Schüler in unserer Klasse, der eine Digital-Uhr von Casio trug. Dem folgte ein erster Taschenrechner, der darauffolgenden sogar programmierbar. Dann erschien der erste Videorecorder. Danach die erste CD. Ich kaufte mir einen C64, später einen Amiga 500, dann einen Windows-PC und mein erstes Modem. Das Internet erschien und ich wartete sehr lange, bis sich bei AOC die Bilder aufbauten. Dann kam der iPod. Meine Schallplatten lagen da schon lange auf einem Stapel in der Ecke. Vor sechzehn Jahren kauften wir uns das erste Nokia-Handy. Telefonbücher und Otto-Kataloge habe ich ausgelassen… . Es folgte der erste Camcorder mit Band und die erste Digitalkamera. Das erste Note-Book war bezahlbar. Jetzt besitzt jedes Familienmitglied ein Smartphone. Ich betreibe Online-Banking, dass es damals noch keine Bank-Automaten gab, lies ich aus, auch EC-Karte und Scheckbuch. Der Zeitraum ab dem grünem Telefon beträgt so gute vierzig Jahre. Internet gibt es so knappe fünfundzwanzig Jahre. Smartphones erschienen mit dem ersten iPhone.

So, und nun entwickelt sich Nanotechnologie, Biotechnologie, Quantencomputer, Robotik, künstliche Intelligenz, Brain-Computer-Interfaces, Virtuell-Reality, Blockchain.

Dazu kommt der Klimawandel, Wassermangel, Phosphatmangel, Bodenerosion, versauernde Ozeane, verschwindende Wälder und so manches mehr. Die Evolution der Technik wird dazu führen, dass es bei Amazon kaum noch jemanden geben wird, der streikbereit ist, weil KI und Roboter die Lagerverwaltung machen. Ähnlich wird es Fahrern ergehen. Pflegejobs? Nun, in Japan gibt es die ersten Pflegeroboter. Verkäufer, da schaue man sich Amazons ersten automatischen Kiosk an.

Und dann geht es zum Mittelstand. Dazu las ich gerade das klug geschriebene Buch „Der stille Raub: Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen Revolution anders machen“ von Gerald Hörhan . Bankangestellte, Rechtsanwälte, Radiologen, Steuerberater, Richter, Architekten, Sachbearbeiter, selbst Manager, alles bedrohte Berufe und Tätigkeiten, werden verschwinden und reduziert. Und das nicht erst in vierzig Jahren, sondern weit vorher. Nun, mein derzeitiger Brot-Job als Sozialarbeiter wird, so man ihn noch bezahlen möchte, auch nicht ohne Risiko sein. Eine gute KI wird gut individuell diagnostizieren und beraten können. Die ersten KI-Systeme erkennen eine Alkoholerkrankung, Depressionen und Schizophrenien schon vor einer akuten Phase, an Stimmen-Mustern und am Schreibstil. Und fein ist daran, da bin ich echt von begeistert, sie bringen es sich schon selber bei…

Wenn man sich das nun so alles in Ruhe anschaut, etwas dazu recherchiert, durchdenkt, dann könnte man darauf kommen: Wir sind in absehbarer Zeit am A…

Gleichzeitig könnten wir erkennen, dass eine obere Schicht der Menschen gut für sich gesorgt hat, wir derweilen auf das neue Smartphone warten, mit Brot und Spielen bedient werden. Nun könnte man, so nicht schon geschehen mit dem Trinken beginnen oder später in visueller Realität ertrinken. Wir könnten uns dieser Transformation, dieser Revolution aber auch als Menschen und Bürger stellen, uns darauf besinnen, was wir sind und werden wollen, jeder Einzelne und gemeinsam als Menschheit. Das ist wahrlich pathetisch, aber angesichts der Realitäten durchaus angemessen, wenn wir gut überleben wollen.

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